Was ist eigentlich Fett, Kursiv und Unterstrichen?

Was ist eigentlich Fett, Kursiv und Unterstrichen?

Ich wollte vor Kurzem meiner Freundin erklären, welche Effekte das Drücken der Icons für fetten und kursiven Text im WYSIWYG-Editor in WordPress haben, bin jedoch an der Komplexität des Themas gescheitert. Deshalb hier im zweiten Anlauf eine möglichst vollständige Erklärung:

Aus Textverarbeitungsprogrammen sind quasi jedem PC-Benutzer die Buttons für fetten, kursiven und unterstrichenen Text bekannt. Diese werden verwendet um einzelne Textelemente visuell hervorzuheben, um ihnen dadurch eine besondere Bedeutung zu verleihen. Fachbegriffe werden z.B. durch kursiven Text betont und Schlüsselbegriffe durch fetten Text hervorgehoben. Es gibt also zwei Ebenen zu betrachten: einmal die Formatierung des Textes, und einmal die beabsichtigte Wirkung.

Dieses Konzept wurde auch auf (X)HTML übertragen. Die Auszeichnungssprache für Webseiten kennt Tags (die Dinger in den spitzen Klammern) für <i>kursiven</i>, <b>fetten</b> und <u>unterstrichenen</u> Text, wobei b für bold (fett), i für italic (kursiv) und u für underlined (unterstrichen) stehen. Im Gegensatz zu Dokumenten aus der klassischen Textverarbeitung werden Webseiten jedoch nicht hauptsächlich in gedruckter Form weitergegeben (betrachten wird PDF als Spezialfall eines gedruckten Formates), sondern in Form von Quelltext, der dann vom Webbrowser angezeigt, oder von Suchmaschinen oder Vorleseprogrammen interpretiert wird. Die Interpretation einer Textformatierung für Programme ist zwar nicht unbedingt schwierig, jedoch wurde mit CSS die Formatierung von (X)HTML ausgelagert, so dass es theoretisch möglich wäre allen kursiven Text fett darzustellen und umgekehrt, was offensichtlich ziemlich unsinnig ist.

Eine sinnvolle Lösung dieses Problems ist die Verwendung von Textauszeichnungen anstelle von Textformatierungen. Anstatt eine betonte Textstelle als <i>kursiv</i> zu formatieren, wird sie als <em>betont</em> ausgezeichnet und die Darstellung dann per CSS bzw. der Standardeinstellung des Browsers überlassen. Anstatt eine wichtige Textstelle als <b>fett</b> zu formatieren, wird sie als <strong>hervorgehoben</strong> ausgezeichnet…

Nach dieser längeren Einleitung bin ich da, wo ich ursprünglich hin wollte: drückt man nun das Icon für fetten Text im WYSIWYG-Editor in WordPress, so wird der markierte Text im Hintergrund durch strong-Tags umschlossen (das sieht man dann im HTML-Modus des Editors) und nicht durch bold-Tags, was im ersten Moment verwirrend erscheint, aber im Prinzip sehr sinnvoll ist.

Zwischendurch habe ich die Möglichkeit des Unterstreichens von Text unterschlagen, und das nicht grundlos. Unterstrichener Text auf Webseiten zeichnet klassischer Weise einen Link aus, weshalb es zur Textformatierung selten bis gar nicht verwendet werden sollte. Es gibt dementsprechend auch – außer eben dem Link-Tag a – kein Element zur Textauszeichnung, welches in der Standardinterpretation unterstrichenen Text erzeugt. Deshalb erzeugt der WYSIWYG-Editor in WordPress stattdessen einen <span>-Tag mit einer CSS-Angabe zur Erzeugung eines unterstrichenen Textes (und versteckt die zugehörige Schaltfläche in der zweiten Zeile der Werkzeugleiste).

Zusammengefasst:

Icon Ergebnis Textformatierung Textauszeichnung Kommentar
Icon für fetten Text fetter Text <b></b> <strong></strong> hervorgehoben
Icon für kursiven Text kursiver Text <i></i> <em></em> betont
Icon für unterstrichenen Text unterstrichener Text <u></u> - für Links reserviert

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