Über Templateanpassungen und W3C-Standards

2007-06-28 17:00 (Kommentare: 0)

Ich habe mir am Wochenende die Zeit genommen und meine aktuellen Projekte (diese Homepage und die Homepage der Berger-Meier-Jazzband) "valide" und mich mit dem 508-Hack vertraut gemacht. Valide bedeutet, dass die zwei Seiten bestimmte Standards für Webseiten einhalten, was durch die Icons angezeigt wird und durch einen Klick darauf überprüft werden kann.

XHTML valide CSS valide

Aber warum ist das ein Grund deshalb extra einen Artikel hier in den Blog zu setzen?

Standards oder Richtilinien?

Damit im Internet nicht alles durcheinander geht, gibt es gewisse Standards. Dies betrifft die genutzen Techniken, wie (X)-HTML (Seiten- und Textformatierung), CSS(Formatierungsvorlage) und auch z.B. Javascript (interaktive Client-Scriptsprache). Das Gremium, das sich um diese Standards kümmert ist das W3C (World Wide Web Consortium).

Um die Standardisierung von Javascript kümmert sich ECMA International, wobei Javascript-Programmierer eher daran interessiert sind, funktionsfähige Script zu schreiben bzw. über Browserweichen innerhalb der Scripte vom Standard abweichende Funktionen dann nutzen können, wenn sie auch vom Browser unterstützt werden. Außerdem sollte es sich bei Javascript um additive Zusatzfunktionen handeln. Zu Webseiten, die nur bzw. hauptsächlich aus Javascript oder z.B. Flash aufbauen werde ich mich hier besser nicht äußern.

Etwas anders ist das bei den Standards zu (X)-HTML und CSS. Dies sind die grundlegenden Techniken zur Darstellung einer Homepage durch den Browser. Es gibt aber zahlreiche unterschiedliche Browser, die die einzelnen Techniken unterschiedlich interpretieren. Teilweise bieten z.B. einzelne Browser neue Funktionen an, die erst nach längerer Zeit als "Standard" aufgenommen und dann auch von allen Browsern unterstützt werden. Designer nutzen gerne noch nicht standardisierte Bestandteile um neue und coole Effekte zu erzielen. Das Problem hierbei ist aber, dass eine Homepage z.B. in einem Browser wunderbar formatiert ist, in anderen Browsern die einzelnen Elemente aber total verschoben sind bzw. die Homepage gar nicht zu nutzen ist. Die Einhaltung von Standards ist also ein Abschätzen der Priotität von Funktionalität und/oder der Nutzung von neuen Techniken für einen Teil der Besucher. Davon abgesehen ist es auch bei Einhaltung der Standards trotzdem eine Kunst, eine Homepage so zu designen, dass sie in allen Browsern gleich aussieht.

Warum also Standards einhalten?

Genau so denken viele Webseiten-designer/betreuer/ersteller... Es ist scheinbar sehr schwierig valide Webseiten zu erstellen. Die Einhaltung der Standards benötigt mehr Zeit und im Endeffekt sieht der "nicht-wissende"-Nutzer das gleiche Ergebnis. Nur wer rein zufällig mit einem alternativen Browser wie z.B. Opera unterwegs ist, ärgert sich kurz über verschobene Texte... ist das aber schon gewöhnt und sucht sich halt eine andere Homepage im Internet. Inzwischen nimmt das Publikum mit alternativen Browsern aber zu und auch so genannte Robots durchqueren das Internet. Diese indizieren die Inhalte der Homepages z.B. für die Suchmaschinen. Auch gibt es inzwischen neue Generationen von Browsern für Menschen, die bei der Benutzung des Internets körperlich eingeschränkt sind. Diese Browser lesen z.B. einem blinden Menschen die Inhalte der Internetseite vor. So intelligent diese Programme inzwischen auch sein mögen, so erleichtert man es diesen doch, wenn man sich an die oben genannten Standards hält und ermöglicht es so allen Besuchern die Inhalte seiner Webpräsenz zugänglich zu machen. Außerdem ist es z.B. nicht hilfreich den Suchrobot der Suchmaschinen von seiner Seite auszusperren bzw. die Aufnahme der Inhalte zu verhindern, da man so von den Benutzern dieser Suchmaschinen nicht gefunden wird.

Barrierefreiheit?

Die W3C-Standards selbst sind noch in verschiedene "Stufen" unterteilt. Meine Homepage hält zum Beispiel nicht die strict-Standards ein, die für das barrierefreihe Surfen erforderlich wären. Dies ist meiner Meinung nach auch nicht erforderlich, da meine Inhalte sich nicht auf das genannte Publikum erstrecken. Wer sich aber dafrür interessiert, für den ist die Homepage von Jan Eric Hellbusch zum barrierefreien Webdesign eine gute Adresse.

Joomla - Standards und Barrierefreiheit

Auch wenn der Joomla-Core-Code den lockeren Standards stand hält, so ist es doch schwer diese mit Nutzung von kostenfreien Templates und Addons einzuhalten. Ein großes Problem auf dem Weg zum barierefreien Surfen sind auch die vielen Tabellen, die immer noch von Joomla 1.x verwendet werden. Der 508-Hack von Robert Deutz ist ein so genannter Core-Hack für Joomla. Er ersetzt also entsprechenden Dateien von Joomla und sorgt dafür, dass es im öffentlichen Frontend keine Tabellen mehr gibt. Da es sich hier um einen Core-Hack handelt werden sich wohl viele Supporter in den Foren, wie auch der Autor selbst, weigern diesen zu supporten, da nur erfahrene Anwender an einem funktionierenden Joomla-Code etwas ändern sollten. Wobei dieser Hack so "intelligent" ist und Sicherungskopien sämtlicher ersetzer Dateien anlegt, die er beim Deinstallieren wieder herstellt.

Wenn ich hier schon von der Einhaltung von Standards und Barrierefreiheit predige: die Ponygallery ML und die von mir dazu geschriebenen Addons sind weder barrierefrei, noch halten sie die Standards des W3Cs ein. Uns Entwicklern ist das durchaus bewusst und für die neue Version sind umfangreiche Codeänderung auch in diesem Bereich vorgesehen!

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Mein aktuelles Projekt: ein Gemeinschaftsblog auf www.aduoscriptum.de.