Meine letzte Joomla!-Installation
2010-05-01 15:25 (Kommentare: 5)
Es ärgert mich, es plagt mich, es hält mich auf. Es ist war die letzte der von mir betreuten Joomla!-Installationen. Meine persönlichen Projekte sind inzwischen der Einfachheit halber in einem Contao (früher TYPOlight) zusammengefasst. Nur diese eine Installation hat den Sprung von Joomla! 1.0 auf Joomla! 1.5 geschafft ohne wegrationalisiert oder konvertiert zu werden. Das große Potential von Joomla! im Community-Bereich konnte ich mangels Interesse der Mitglieder auf der Vereinsseite nie nutzen. Das System wurde als reines Content Management System zur Verwaltung von Information und Nachrichten verwendet. Einzig die gut gefüllte Bildergalerie und das Gästebuch hatten interaktive Elemente. Nach einem Betrieb von mehreren Jahren und einem anstehenden Update kam ich jedoch nicht mehr drumherum meine ToDo-Liste einer kritischen Musterung zu unterziehen:
WYSIWYG-Editor
Für Joomla! gibt es eine handvoll guter WYSIWYG-Editoren, die stets aktueller sind, als die vom System mitgelieferte Integration. Leider gibt es keine Möglichkeit diese einfach und updatesicher anzupassen. Ein neues und meiner Meinung nach sinnvolles Sicherheitsfeature, die Blockierung des Zugriffs auf die von Joomla! verwendeten XML-Dateien verhindert mal schnell die Verwendung eines Editors. Ein anderer Editor wechselt zwischen GPL und CC-Lizenzen und ist plötzlich nur noch einer geschlossenen Benutzergruppe verfügbar.
Eigentlich bräuchten wir ja keinen WYSIWYG-Editor. Ich schreibe sowieso lieber direkt HTML und die andere kopieren ihre in Word- und OpenOffice vorgeschriebenen Texte in das Webinterface. Ein einfacher, dafür funktionierender Converter für die von den Textverarbeitungsprogrammen erzeugten Tag-Suppe würde eigentlich ausreichen. Mein Hass auf diese aufgeblähten Quelltext, bei dem jedes Leerzeichen von font und span-tags inklusive class und sonstigen Attributen, sowie inline Styles im Umfang eines kompletten Stylesheets versehen sind, ist nach wie vor ungebrochen.
Updates
Die Joomgallery bietet eine einfache Information mit Updatemöglichkeit direkt aus dem Backend heraus an. Für sämtlichen anderen von uns genutzten Erweiterungen ist eine Odyssee durch das WWW angesagt um herauszufinden ob es etwas Neues gibt oder inzwischen Sicherheitslücken aufgetreten sind. Wie ich da das in Contao (früher TYPOlight) vorhandene, zentrale Repository vermisse, das im Backend sämtliche Erweiterungen listet, die mit einem Klick installiert, upgedatet, gelöscht, vorübergehend deaktiviert und weitere Informationen dazu aufgerufen werden können.
Ein regelmäßiger Aufwand von 30 Minuten vs. 30 Sekunden?
Erweiterungen
Die Entwicklung von Joomla!-Erweiterungen gestaltet sich doch recht aufwendig und so ist es durchaus verständlich, dass manche Projekte die Entwicklung einstellen. Der Migrationsaufwand hält sich in Grenzen, ist aber im Aufwand gleichwertig mit der Migration zu entsprechenden Strukturen in anderen Content Management Systenen.
Zu einigen von mir eingesetzten, jedoch nicht mehr weiterentwickelten Erweiterungen gibt es für Joomla! keine meinen Ansprüchen genügenden Ersatz, was nun doch einer Eigenentwicklung bedarf. Zusätzlich zu den von mir provisorisch entwickelten Erweiterungen benötige ich also eine Anzahl von Lösungen, die es in Contao (früher TYPOlight) schon von Haus aus gibt.
Eigenentwicklungen für Joomla! vs. einfache Migration zu Contao (früher TYPOlight)?
Fazit
Auf Grund der Entwicklung des Bedarfs bot es sich einfach an auf die potentiellen Community-Aspekte zu verzichten und zu Contao (früher TYPOlight) um zuziehen. Die Übernahme der Inhalte inklusive Design kostete mich drei Nachmittage. Dank individueller Zugriffsrechte lässt sich in Contao (früher TYPOlight) sämtliche nicht benötigten Funktionen deaktivieren. Der User hat somit eine minimale Oberfläche, deren Bedienung sich auch sehr homogen verhält. Dies vermindert den Schulungsaufwand drastisch. Für die Joomgallery gibt es keinen in Contao (früher TYPOlight) integrierten Ersatz, jedoch war sowieso geplant mit der Menge an Bildern langfristig auf die Gallery von Menalto umzusteigen.
Wie schon angekündigt, bin ich nun endgültig aus dem Kreis der Joomla!-Administratoren und Anwender ausgewandert, werde mich aber auch weiterhin mit der Entwicklung für Joomla! beschäftigen.

Einen Kommentar schreiben
Kommentar von Philipp | 2010-05-01
Eine sehr löbliche Entscheidung :-)
Kommentar von JamFX | 2010-05-01
Ach irgendwie schon schade. Bleib "uns" gewogen :)
Gruß
JamFX
Kommentar von b2m | 2010-05-01
Wie schon geschrieben: als Entwickler werde ich an Joomla! nach wie vor meine "Freude" haben. Nur als Administrator und Anwender kann ich mich nun praktikableren Anwendungen widmen.
Kommentar von Torben | 2010-07-30
Hi, hast du zufällig eine Anleitung wie man Joomla Templates zu Contao konvertieren kann? Würde auch den Switch machen, hab aber keine Ahnung wie ich die Klassen anpassen muss.
Kommentar von b2m | 2010-07-31
Ahnung... ja die habe ich =)
Vielleicht schreibe ich ja mal etwas darüber. Das Problem ist, dass man zuerst von den dezentral geordneten Inhalten von Joomla! in das kombinierte hierarchisch und dezentral geordnete System von Contao umdenken muss. Das trifft großteils auch für die Gestaltung des "Templatesystems" zu. Da ich von Beez auf YAML umgestiegen bin, habe ich bei meinem Umzug wieder einen etwas spezielleren Ansatz gewählt.