Keine Lust mehr auf Tour de France

2007-07-24 21:50 (Kommentare: 4)

Angefacht von den Besuchen der Tour de France, der Tour de Swisse, der Deutschlandtour und der Tour de Ländle in meiner Heimatsgegend wurde ich in einer Zeit, in der die Schlagzeiten Jahr für Jahr „Armstrong vs. Ullricht" lauteten, zu einem begeisterten Radsportfan. Begeistert von unnachahmlichen Leistungen in den Bergen wuchs meine Achtung vor dem Leistungssport auf dieser Ebene. Aber jetzt?

Dopingskandale 2006

Letztes Jahr dann der Ausschluss von der Tour für Jan Ullrich und Ivan Basso und das anschließende Doping-Drama um den Tour-"Sieger" Floyd Landis. Vertreter des Radsports gelobten Besserung. Ich konnte mich nicht wirklich für die Deutschlandtour begeistern. Natürlich war ich dann doch begeistert als ich quasi daneben stand, als Jens Voigt beim Einzelzeitfahren in Bad-Säckingen seinen Gesamtsieg sicherte. Aber auch wenn er der letzte Profiradfahrer ist, dem ich noch glaube, wenn er sagt dass er nicht gedopt sei, so blieb doch ein bitterer Nachgeschmack von den vorherigen Dopingskandalen.

Erwartungen und Ergebnisse 2007

Die Erwartung an den Radsport in der neuen Saison stiegen natürlich in der Öffentlichkeit, wie auch bei mir und so verfolgte ich gespannt die Geschehnisse im Vorfeld der Tour de France. Dem Radsport noch eine Chance geben, nach den aufrichtig wirkenden Geständnissen von Erik Zabel und Rolf Aldag? Die Tour mit ihren Geschehnissen hat einfach ihren Bann und nach den ersten Etappen war auch ich in mancher freien Minute per Live-Ticker oder Live-Stream dabei und konnte mitverfolgen, wie sich inzwischen die Ereignisse quasi überschlagen:

Mein persönliches Fazit:

Gibt es (außer Andreas Klöden) noch ehemalige T-Mobile-Fahrer im Astana-Team, die momentan nicht offiziell unter dringenden Doping-Verdacht stehen bzw. vom Team ausgeschlossen wurden? Was interessiert mich ein Duell zwischen einem vermutlich gedopten Rasmussen und einem vermutlich ebenso gedopen Contador? Wem kann ich denn überhaupt noch vertrauen?

Für mich ist Schluss mit der Tour.

Ich respektiere die Leistungen eines jeden Menschen, der mit dem Fahrrad einen Berg „bezwingt". Aber noch höher achte ich einen jeden Sportler, der im Wettkampf fair bleibt. Dazu gehört auch ein

„Finger weg von den Drogen - kein Doping für einen gesunden Sport."

Das sieht beim Radsport momentan aber anders aus und so muss ich da wohl mindestens nochmal ein Jahr warten, bis ich wieder guten Gewissens Leistungen respektieren kann.

Und es geht weiter:

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Kommentar von Simon | 2007-07-24

Ich bin auch mal guten Gewissens in die Tour gestartet und hab das Geschsen gerne mit verfolgt, als aber dann ARD und ZDF die übertragnung beendet haben war des auch schon wieder ein Rückschlag. Und seit heute dann Astana und somit der von mir auch favorierte Vinokurow raus is habe auch ich keine Lust mehr ein Duell des besseren Dopings bei Rasmussen oder Contador zu verfolgen. Dabei ist der Radsport doch eigentlich recht interessant und anspruchsvoll. Ich find es schade, dass die Tour de France nicht sauber ist.

Kommentar von Walter | 2007-07-24

Gebe ich dir recht! Ich hab auch geglaubt: ok, jetzt bleiben die sauber. Aber als heute die Nachricht über Vinokurow kam... Schade, der Radsport könnte einen so in Bann ziehen ...

Kommentar von Werni | 2007-07-26

Radsport ist nirgends sauber. Leider. Im Prinzip müssten die Fahrer auch bei Amateurveranstaltungen geprüft werden. Z.b. beim nächstens stattfindenden 24 Stunden Rennen in Schötz (Schweiz). Da würde man bei einer Dopingkontrolle das blaue Wunder erleben.

Kommentar von Sil | 2007-07-26

Auch ich bin unheimlich enttäuscht. Noch vor einigen Jahren habe ich meinen Sommerurlaub regelmäßig so gelegt das ich die ganze Tour im TV (oder auch mal an der Strecke) verfolgen kann. Ich war schon ein richtiger Fan von diesen Leistungen und habe die Fahrer hoch geachtet für das was sie da auf der Strecke vollbringen. Und nun? Nun beisse ich mir quasi in den Allerwertesten das ich in den Jahren nicht etwas anderes gemacht habe als meinen Urlaub für soetwas zu vergeuden. Ich mag es nicht wenn Sportler unfair sind - und wenn es sich im Falle Doping auch noch meiner Meinung nach um Selbstbetrug handelt. Naja schade schade das alles. Eine Sportart die immer schon irgendwie mit Dopingfällen zu kämpfen hatte bekommt wohl dieses Mal seinen Todesstoss. :-/